Hypnotische Sprache in der Pflege mit Kindern
Was wenn Pflegekräfte keine Hypnosetherapeuten sind - und trotzdem hypnotisch kommunizieren?
Genau das untersuchte eine Forschungsgruppe der Université de Montréal und des Kinderkrankenhauses CHU Sainte-Justine in Kanada.
Fünf Kinderkrankenpflegerinnen aus der Onkologie erhielten ein Training in hypnotischer Kommunikation. Danach wurden 88 Behandlungssituationen mit 22 krebskranken Kindern zwischen 6 und 14 Jahren aufgezeichnet und ausgewertet.
Die Situation: Blutabnahmen. Für krebskranke Kinder einer der angstbesetzten Momente im Behandlungsalltag.
Das Ergebnis: Bei den zwei Pflegerinnen die die Kommunikationstechniken am stärksten verinnerlicht hatten reduzierte sich der selbst berichtete Schmerz der Kinder mit einer Effektstärke von d=1,03 - der von den Eltern wahrgenommene Schmerz mit d=1,09 - und das beobachtete Stressniveau mit d=1,20. Das sind außergewöhnlich hohe Werte in der klinischen Forschung.
Kein Medikament. Kein neues Gerät. Nur eine veränderte Art zu sprechen.
Ein kompentes Training in hypnotischer Kommunikation genügte damit Pflegekräfte diese Techniken dauerhaft in ihre tägliche Arbeit integrierten – mit messbaren Effekten noch beim Follow-up.
Was das bedeutet: Hypnotische Kommunikation ist keine Spezialfähigkeit für Therapeuten. Sie ist ein Handwerk das erlernbar ist und das in jedem Berufsfeld wirkt, in dem Menschen mit Menschen arbeiten.
(Quelle: Ogez et al., British Journal of Pain; 2021 – PubMed: 34055336)